„Requiem für Kaza Kathárinna“

Dem Andenken und zur Ehre aller verfolgten Zigeuner
Text: Anita Geigges, Musik: Gerhard Rosenfeld

Das „Dritte Reich“ nennen die Zigeuner heute noch die „Zeit der Hakenkreuze“. Die Geschichte der Zigeuner wird dominiert von der Verfolgung und Diskriminierung. Sie ist ein erschreckendes Spiegelbild unserer Un-Kultur. Das „Requiem für Kaza Kathárinna“ ist ein Denkmal, das diese von uns verleumdeten, unterdrückten und ermordeten Menschen ehrt und sie zu rehabilitieren versucht. Immerhin leben heute mehr als 16 Millionen auf dieser Welt, verstreut über alle Kontinente. Sie wurden und werden immer noch in vielen Ländern an den Rand gedrängt, verachtet, verhöhnt und sind Repressalien oder stringenten Ausländergesetzen ausgeliefert.

Das „Requiem für Kaza Kathárinna“ beschreibt exemplarisch die Lebensgeschichte einer Sintizza, die am 17.11.1908 in Deutschland geboren wurde, in Deutschland lebte und 1984 in Deutschland starb. Sie überlebte die Konzentrationslager, ihre Leiden jedoch wurden nie gesühnt, sondern verharmlost, verspottet, verdrängt und vergessen.

In drei ineinander übergehende Teile gegliedert, beschreibt das Werk im ersten Teil die Zeit vor den Weltkriegen, im zweiten die Zeit der Weltkriege, wobei die mörderische Verfolgung der Zigeuner im „Dritten Reich“ im Focus steht, und im dritten wirft es ein Licht auf das Leben der Zigeuner in unserer Zeit.

Das von Schriftstellerin und Journalistin Anita Geigges (1937 – 1996), Kulturpreisträgerin der Romani Union, Mitglied des Romani-P.E.N.-Club, stammende Libretto baut auf eine strenge, fast archaische Sprache.

Der Komponist Gerhard Rosenfeld (1931 – 2003) stellt in diesem Werk zigeunerische Folklore anspruchsvoller moderner Kammermusik im klassischen Sinne gegenüber. Interpretiert wird das Requiem von einem Sinti- und Roma-Ensemble (Violine mit verschiedenen Begleitinstrumenten wie Gitarre, Cymbal, Bass), einem Ensemble mit klassisch ausgebildeten Musikern (Mezzosopran, Violine, Harfe, Schlagzeug) und einer Sprecherin; die Mitwirkenden treten teilweise solistisch auf.

Konzert-Termine:

23. Mai 2008 - Reqiem zu Ehren von Kaza Kathárinna
18.00 h im Romanischen Münster Schwarzach in Rheinmünster/Baden
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15.Juni 2008 - 17.00 h -   im Rahmen der Internationalen Moselfestwochen, in der Synagoge in Wittlich